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Erfolgreich an der Effizienzschraube gedreht

29.04.2014 | id:3786409

Der Wasser- und Abwassertechnikspezialist EnviroChemie und der Pumpenhersteller Netzsch haben den Blue Competence-Autorenwettbewerb des VDMA zur Nachhaltigkeit im Maschinen- und Anlagenbau gewonnen.
„Beide Unternehmen haben gezeigt, dass man Produkte entwickeln kann, die gleichermaßen die Forderungen nach Nachhaltigkeit wie auch nach betriebswirtschaftlichem Nutzen erfüllen. Sie machen deutlich, dass Effizienzgewinne sich für Betrieb und Umwelt auszahlen“, sagte VDMA-Geschäftsführerin Naemi Denz Anfang April in Frankfurt. Der VDMA hat den Preis im Rahmen seiner Nachhaltigkeitsinitiative Blue Competence ausgeschrieben. Er soll die Maschinen- und Anlagenbauer ermuntern, ihre Leistungen in puncto Nachhaltigkeit ins öffentliche Bewusstsein zu bringen.
An dem Wettbewerb haben sich VDMA Mitgliedsunternehmen aus den Branchen Lufttechnik, Verfahrenstechnik, Abfall- und Recyclingtechnik sowie der Kompressoren-, Luftdruck- und Vakuumtechnik beteiligt. Der Preis wird vergeben am 7. Mai 2014 in München auf einer VDMAPodiumsdiskussionsveranstaltung zum Thema „Hohe Rückgewinnungsquoten - teuer erkauft?“ Die Veranstaltung findet im Rahmen der IFAT, der Weltleitmesse für die Wasser, Abwasser, Abfall und Rohstoffwirtschaft, statt.

Die Projekte der Gewinner werden im Folgenden kurz skizziert.

Energie aus Abwasser

In Molkereien fallen bei der Käseproduktion große Mengen an Molke an. Dieses flüssige Nebenprodukt wird teilweise zu Viehfutter und Molke-Getränken weiterverarbeitet, teilweise als Abwasser entsorgt. Mit der biologischen Abwasserbehandlung von EnviroChemie kann man zusätzlich Energie aus dem Teil der Molke gewinnen, der ansonsten teuer entsorgt worden wäre. Außerdem werden Ressourcen geschont und Betriebskosten verringert. Die Funktionsweise des Bioreaktors zur Energiegewinnung aus Abwasser ist von der Natur abgeschaut. Im Kuhmagen verdauen Mikroorganismen Gras und wandeln es teilweise zu Biogas um. Die Verdauungsprodukte werden bei der Kuh in Form von Gas, Flüssigkeit und Feststoff ausgeschieden. Die Verfahrensingenieure bei EnviroChemie haben diesen Prozess in technisch reproduzierbare und an das jeweilige Abwasser anpassbare Anlagen überführt und weiterentwickelt.

Es muss nicht immer Mais sein

Ein neues Pumpensystem von Netzsch ermöglicht es, bei der Biogaserzeugung neben Mais noch zahlreiche andere Substrate einzusetzen, vor allem landwirtschaftlichen Abfall wie gemähtes Gras, Festmist oder Gülle. Ein Bauer steht damit nicht mehr vor der Alternative, entweder Nahrungsmittel oder Energie zu erzeugen. Bislang lohnte es sich aus Kostengründen oft nicht, alternative Biomasse zu verarbeiten. Der Aufwand zur Aufbereitung und Verarbeitung dieser Substrate ist sehr hoch. Es besteht beispielsweise schnell die Gefahr der Verklumpung, die nur durch den Einsatz von Rührwerken verhindert werden kann. Diese Aggregate verbrauchen aber sehr viel Strom. Mit dem Pumpensystem von Netzsch wird die Aufbereitung der Substrate erleichtert, in erster Linie durch die Zusammenlegung wichtiger Vorbereitungsschritte. Das spart gleichzeitig auch noch Energie ein.

Bildquelle : Europäische Kommission

Denz, Naemi
Denz, Naemi
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